Free Solo Alpin I – Livigno Alpen

Tourdatum: 02.09.2011 | Text: Herwig | Fotos: Herwig | Video: Herwig

Dies ist mein erstes Solo Mountainbikeabenteuer auf einem hohen, mir unbekannten Berg. Ich bin schon seit Jahren nicht mehr alleine biken gewesen, ausgenommen kleinere Hausrunden in Villach oder Graz Umgebung. Doch an diesem Tag wollen alle anderen eine Tour biken bzw. einfach nicht das Bike einen Berg hochtragen. Nun bin ich alleine – fast alleine – mein treuer, unerschrockener Bär begleitet mich.

Warum mache ich das eigentlich ?
Zwei Tage zuvor bin ich in Livigno den steilsten, markierten, schwarzen Zick-Zack Trail gefahren den ich auf der karte finden konnte. Ich war von diesem schwarzen Trail sehr enttäuscht. Ohne Schwierigkeiten hätte ich diesen auch mit dem Hardtail befahren können. Die markierten Trails in Livigno sind eben sehr flowig angelegt und auch so bewertet. Sie wurden mit einer Art “Schneefräße” in den Berg geschnitten. Ewig lange Singletrails, jedoch mit planierten Untergrund. Dafür war es beim uphill um so steiler. Ein wahrer Alptraum, um ehrlich zu sein und ich musste mehrmals absteigen und schieben. Deshalb gibt es wahrscheinlich auch die vielen Lifte für Biker in Livigno. Ich suche idealerweise das Abenteuer abseits von Liften, einen naturbelassenen Berg mit Panoramaussicht und eine technische Abfahrt.

Zur Auswahl für den heutigen Tag stehen in Livigno drei vielversprechende Gipfel, welche nur durch Tragen des Bikes erreicht werden können. Drei Tage zuvor wollte ich mit Manuel, im Anschluss an den Vinschgau Urlaub, einen Gipfel in Livigno erklimmen. Schlechtwetter vereitelte dieses Vorhaben. Da Manuel nun nicht mehr in Livigo ist, muss ich mich nun für einen der drei unbekannten Gipfel als Solo Tour entscheiden. Ein lokaler Bikeguide gibt mir wertvolle Informationen, auch wenn er den Kopf schüttelt für mein Vorhaben. Er kennt alle drei Gipfel vom Bergwandern. Ich entscheide mich aus Vernunftgründen für den fahrtechnisch einfachsten Gipfel !

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Auf diesen Berg führt nur ein Singletrail hinauf und hinab. Somit ist der Uphill und der Downhill derselbe und ich bekomme einen Überblick. Während ich mein Bike hochtrage, berschwinden meine Angst und Nervosität schnell, da der Trail für mich durchgehend ohne Schwierigkeiten zu befahren sein wird. Somit kann ich meine Gedanken schweifen lassen und einfach nur den Berg “genießen”.

“Genießen” ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, weil ich mein Abenteuer mit einer Videokamera dokumentiere. Und da ich auf diesem Berg alleine bin, muss ich die Kamera immer wieder selbst plazieren und dann auch wieder holen… (ein Making of Video ist noch in Bearbeitung)

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Ich möchte keine Sekunde von diesen Erfahrunden alleine auf einem unbekannten Berg missen. Die Vorstellung ein solches Projekt “alleine am Berg” zu wiederholen jagt mir sofort wieder Angst ein, jedoch werde ich dies sicherlich wieder einmal machen. Detaillierte Planung und Gespräche mit Ortskundigen, wie auch diesmal, vorausgesetzt.

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